Sex & Paradies

Seit den Enthüllungen um Harvey Weinstein melden sich immer mehr Opfer von sexuellen übergriffen zu Wort, werden immer mehr „Persönlichkeiten“ des sexuellen Übergriffes beschuldigt und es wird der Begriff des sexuellen Übergriffs in Teilen ad absurdum geführt. Die Eine sieht sich schon als Opfer von Sexismus, weil sie zu hören bekommt, dass keine so junge und hübsche Frau als Staatssekretärin erwartet wurde. Die Nächste beschwert sich darüber, dass schwarze Frauen nicht oft prestigeträchtige, hochkarätige und preisgekrönte Rollen erhielten, die ein Produzent mit Weinsteins Macht zu bieten hatte. Deshalb ist er ein Rassist.

Aber geht es bei der ganzen Debatte wirklich um die Personen, die hier benannt werden? Oder „unterhalten“ sich da zwei?
Grund zu der Annahme, dass sich da zwei unterhalten, liefert dieser Beitrag:

Erst wird in Las Vegas ein Konzert beschossen, das dem republikanischen Lager zuzuordnen ist.

Dann fällt Harvey Weinstein, einer der penibel darauf achtet, dass Hollywood demokratisch bleibt.

Nicht irgendeiner. Einer, der die Macht hat, es auch durchzusetzen! Die ideologische Linie vorgeben kann! Einer, der entscheiden kann, welche Filme gedreht werden und welche nicht. Und wenn ein Weinstein einen Film verhindern will, findet sich in ganz Hollywood kein Studio, das ihn machen würde.

„Wir können Euch überall angreifen, wann immer wir es wollen!“ ruft the Deep State in Las Vegas Trump zu!

Und erhält zur Antwort: „Schießt du auf meine Deprorables, stürze ich deine Mogule! Mal sehen, wem es mehr weh tut!“

Man gibt sich gegenseitig Zeichen.

Es wird viel dreckige Wäsche gewaschen und dabei werden nicht nur die großen Flecken entfernt.

Dieser Artikel fasst den äußerst schlechten Monat für Hillary Clinton zusammen:
[Übersetzung von mir, in Teilen gekürzt]

Es war ein episch schlechter Monat für Hillary Clinton, in welchem viele ihrer engsten Unterstützer in der Öffentlichkeit entweder schwer beschädigt wurden, oder sich öffentlich gegen die gescheiterte ehemalige Präsidentschaftskandidatin wendeten.

Zuerst war es die Flutwelle von Anschuldigungen gegen Hollywoods Harvey Weinstein. Disobedient Media berichtete ausführlich über Weinsteins viele Verbindungen zum Establishment der Demokratischen Partei und den Clintons.

Dann war es Kevin Spacey, ein weiterer Clinton und Hollywood-Insider, von dem Disobedient Media berichtete, er sei beschuldigt worden, mehrere Männer sexuell angegriffen zu haben, darunter zwei, die zu dieser Zeit Jugendliche waren.
Ein Schauspieler hat Spacey der versuchten Vergewaltigung beschuldigt, als er 14 war.
Während Disobedient Media diese Geschichte behandelt hat, hat sich herausgestellt, dass Spacey von House of Cards suspendiert wurde, nachdem Arbeiter für die Serie behauptet hatten, Spacey habe routinemäßig Crewmitglieder sexuell belästigt.

Disobedient Media berichteten auch, dass Spacey beobachtet wurde, wie er mit Bill Clinton und dem verurteilter Sexualstraftäter Jeffrey Epstein auf den berüchtigten ‚Lolita Express‘ Flügen gereist sei. Epstein wurde schließlich inhaftiert, weil er Mädchen im Alter von 14 Jahren für die Prostitution angefordert hatte.

In einer noch bizarren Variante soll ein Hedgefonds-Manager des mega wohlhabenden Bankiers George Soros „Frauen in einen Sex-Dungeon gelockt haben“, wo mehrere Frauen behaupten, er habe sie anschließend vergewaltigt und brutal verprügelt.

The Daily Beast schrieb: „Drei Frauen aus Florida, die unter Pseudonymen geführt werden, haben den 62-jährigen Howard Rubin beschuldigt, einen organisierten Menschenhändlerring angeführt zu haben, in dem er angeblich Frauen beschäftigte, um Models zu seinem 8 Millionen Dollar teuren Penthouse zu locken … Er führte sie in einen Sex-Dungeon, wo er sie sexuellen Angriffen, Vergewaltigungen, Fesselungen und Schlägen aussetzte, die so schwerwiegend waren, dass sie das Bewusstsein verloren und eine sich einer rekonstruktiven Operation unterziehen musste, um ihre Brüste zu reparieren.“

George Soros, für den Rubin als Portfoliomanager tätig war, so wurde vom Wall Street Journal berichtet, habe bis zu 1 Milliarde Dollar verloren „als Ergebnis der Aktienmarktrallye, welche durch die überraschenden Präsidentschaftswahlsieg von Donald Trumps angespornt wurde“ Soros soll während der Wahlkampfsaison $ 9 Millionen an Pro-Clinton SuperPACs gespendet haben. Die verschiedenen gemeinnützigen Gruppen von Soros haben außerdem Millionen an die Clinton Foundation gespendet.

Die Enthüllungen begannen mit Hollywood, endeten aber nicht damit.

Gegen Clintons früheren Stabschef Tony Podesta wir von Robert Müller ermittelt. Aus Presseberichten geht hervor, dass Tony Podesta als Ergebnis der laufenden Untersuchung seine Lobbygruppe The Podesta Group verlassen hat.

Clintons Kampagne war verantwortlich für Zahlungen an Fusion GPS, um das berüchtigte Dossier zu produzieren, das Trump im letzten Jahr bizarre sexuelle Handlungen vorwarf, was weithin als Schwindel angesehen wird. The Hill berichtet, dass der ehemalige FBI-Direktor James Comey das Dossier vor dem Geheimdienstausschuss des Senats als „anzüglich und unbestätigt“ bezeichnet hat.
Trotzdem soll das Dossier von zentraler Bedeutung für Ermittlungen von Vorwürfen des US-Geheimdienstes sein, Russland hätte versucht, Trumps Wahlkampf zu unterstützen.

Hillary Clintons ehemalige Verbündete Donna Brazile verblüffte die Öffentlichkeit, als sie über Politico erklärte, die DNC habe die Vorwahl der Demokraten letztes Jahr gegen die Kandidatur von Bernie Sanders manipuliert.

Sogar Clinton Verbündete Elizabeth Warren bestätigte auf CNN, dass sie glaubte, dass die DNC die Vorwahl gegen Bernie Sanders manipuliert hatte. Das ist enorm wichtig, weil sowohl Brazile als auch Warren während ihrer Kampagne starke Unterstützer von Hillary Clinton gewesen waren.

Nach mehreren explosiven Berichten, die Hillary in den letzten Wochen an mehreren Fronten getroffen haben, hat sich die unehrliche Rhetorik der Hauptmedien in Bezug auf die russische Hacking-Geschichte und Wikileaks verdoppelt.

Einige Establishment-Medien scheinen verzweifelt von den Geschichten abzulenken, die den Ruf von Hillary und ihren engsten Unterstützern im letzten Monat mit unglaublichen Mengen Dreck ertränkt haben.
Die Establishment-Medien sind gezwungen, eine seit langem entlarvte, leere Erzählung über die russische Wahleinmischung zu zitieren, obwohl aufkommende Details der DNC-Vorwahl gegen Bernie Sanders für viele entsetzlich heuchlerisch sind.

Die ersten Enthüllungen haben die Richtigen getroffen. Es handelt sich um wichtige Spielfiguren, die eine Lawine ins Rollen brachte. Die folgenden Enthüllungen dienen dem Einen als Ablenkung (wie man gut sieht, gibt es nicht nur den Sex-Skandal, der Clinton-Vertraute trifft), den Anderen dient es als Gelegenheit, ihre eigene dreckige Wäsche gleich mit zu waschen.

Schauen Sie, was abseits des Sex-Skandals geschiet.

Zum Beispiel das hier:
Da verliert die US Navi zwei Kriegsschiffe, weil sie jeweils mit einem Tanker kollidieren. Ist aber scheinbar nicht so schlimm, denn die „Fat Leonard“ Untersuchungen wurden auf über 60 Admiräle ausgeweitet. Ob die Schiffe mangels Admiral oder wegen des Lochs im Rumpf im Hafen liegen, ist eigentlich egal.

Die  Korruptionsuntersuchung hat sich erweitert auf mehr als 60 Admirale und Hunderte von anderen US Navy Offizieren. Deren Kontakte mit einem Rüstungskonzern in Asien werden überprüft, der Seeleute systematisch mit Sex, Alkohol und anderen Versuchungen bestach, so die Navy.
Die meisten Admirale werden verdächtigt, an extravaganten Festen in den besten Restaurants Asiens teilgenommen zu haben, bezahlt von Leonard Glenn Francis, einem in Singapur lebenden maritimen Tycoon, der sie ein illegales Vermögen mit der Versorgung von Marineschiffen in Häfen von Wladiwostok, Russland bis Brisbane, Australien, verschaffte. Francis war auch dafür bekannt, alkoholgetränkte, After-Dinner-Partys zu veranstalten, die oft importierte Prostituierte beinhalteten und manchmal für Tage dauerten, laut Bundesgerichtsprotokollen.
Das Justizministerium hat bisher gegen 28 Personen Anklage erhoben, darunter zwei Admirale, nachdem Francis vor vier Jahren bei einer internationalen Operation verhaftet worden war. Diese Fälle umfassen den schlimmsten Korruptionsskandal in der Geschichte der Navy, aber sie stellen einen Bruchteil einer viel größeren Liste von untersuchten Navy-Beamten dar, deren Namen jedoch größtenteils geheim gehalten wurden.
Die Navy hat kürzlich bestätigt, dass sie das Verhalten von 440 anderen aktiven und pensionierten Mitarbeitern – darunter 60 gegenwärtige und ehemalige Admirale – auf mögliche Verstöße gegen das Militärgesetz oder die Ethikvorschriften des Bundes im Umgang mit Francis und seine Firma, Glenn Defense Marine Asia untersucht.

Oder hier, die Paradise Papers:

Die Dokumente belegen, dass Konzerne wie Nike, Apple, Uber oder Facebook ihre Steuern auf lächerlich geringe Sätze schrumpfen lassen, sie offenbaren Anlagen der britischen Königin, des Rockstars Bono, oder von Stephen Bronfman, dem Spendensammler des kanadischen Premiers Justin Trudeau, in Steueroasen. Sie dokumentieren wie sehr die politischen Eliten diese verschwiegene Welt nutzen: Mehr als 120 Politiker aus beinahe 50 Ländern sind auf die eine oder andere Art involviert.

In Deutschland führen die Spuren zu rund tausend Kunden, Begünstigten oder sonstwie Involvierten – ohne dass sich damit automatisch rechtliches Fehlverhalten verbinden würde. Unter den Offshore-Nutzern sind Milliardäre, Adelige, Unternehmer, Erben, Investoren, verurteilte Betrüger und ehemalige Politiker, etwa der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder, aber auch Firmen wie Sixt, die Deutsche Post oder die Hotelkette Meininger, Siemens, Allianz, Bayer oder die Deutsche Bank. Die SZ veröffentlicht jene Fälle, in denen ein besonderes öffentliches Interesse offenkundig ist.

Der Bericht ist wie schon bei den Panama Papers in Zusammenarbeit mit dem International Consortium of Investigative Journalists entstanden. Hier findet man ihre Unterstützer, denn in den Paradies Papers wird man sie wohl ehr nicht finden, vermute ich. Dafür aber ein interaktive Darstellung der Verbindungen zu Donald Trump. Also nicht von Paradies Paper zu Trump, sondern von Paradies Paper zu Personen die Trump kennt.

 

Nachtrag 10.11.17

 

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