Anti-Doping-Kämfer darf wegen Anti-Doping-Maßnahmen nicht mit zu Olympia

Wolfgang Pichler gilt als einer der erfolgreichsten Trainer im Biathlonsport. Magdalena Forsberg z.B. gewann unter seiner Leitung sechs Mal den Gesamtweltcup und mehrere WM-Medalien. Er gilt auch als ausgemachter Anti-Doping-Kämpfer. Jedoch darf er aufgrund sanktionierter Dopingvergehen nicht an den olympischen Spielen 2018 in Pyeong Chang teilnehmen. Er wird Opfer des politischen Anti-Russland-Kampf.

Was ist geschehen?

Am 04.12.2017 entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC), dass das Nationale Olympische Komitee für Russland (ROC) wegen des Vorwurfs des Staatsdopings für die Olympischen Spiele 2018 in Pyeong Chang gesperrt wird. Bereits 2016 wurde versucht, Russland an der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio zu hindern. Damals gelang jedoch nur der Ausschuss der russischen Leichtathleten. Diesmal wird nun das gesamte NOC Russlands ausgeschlossen und darf somit keine Athleten entsenden, egal ob gedopt oder nicht. Aus der Stellungnahme des IOC ist aber zu entnehmen, dass durchaus Sportler der Russischen Föderation starten dürfen. Nämlich kurz gesagt diejenige, denen man kein Doping nachweisen konnte. Diese treten allerdings nicht als die Nationalmannschaft Russlands an, sondern als Olympische Athleten von Russland (OAR) an. Und im Falle von Siegerehrungen wird die Olympische Hymne anstatt der Russischen Hymne gespielt. Für die, die Mitsingen wollen ist hier* der Text der Hymne verlinkt. Es ist allerdings bei Hymnen äußerst wichtig, dass der Gesang die gespielte Melodie übertönt, denn es soll schon vorgekommen sein, dass der Gesang durch die angespielte Musik verzerrt wurde.

Kommen wir zurück zu Wolfgang Pichler. Wie es aus der Pressemitteilung des IOC zu entnehmen ist, wird er Opfer folgender Erklärung:

6.
Dieses Gremium wird bei seinen Entscheidungen nach den folgenden Prinzipien handeln:
a)
kein Mitglied der Mannschaftsleitung des Russischen Olympischen Teams bei den Olympischen Winterspielen Sotschi 2014 kann auf der Einladungsliste berücksichtigt werden.
b)
kein Trainer oder Arzt, dessen Athleten gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen haben, können in der Einladungsliste berücksichtigt werden.

Wie kommt es dazu, dass ein deutscher Trainer und Anti-Doping-Kämpfer, der Trainer des Schwedischen Biathlonteams ist, aufgrund des Ausschlusses des ROC nicht mit zu den Olympischen Spielen fahren darf?
Wolfgang Pichler wurde 2011 Trainer des Russischen Biathlonteams der Damen. Nachdem bei der Biathlon-WM 2009 drei Russische Biathletinnen des Dopings überführt wurden, wollte man mit der Verpflichtung Pichlers in Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 2014 in Sotschi einen dopingfreien Neuanfang starten. Er wusste, dass er einen Ruf zu verlieren hatte, aber auch, dass er niemandem Garantien für sauberen und auch für erfolgreichen Sport geben konnte. Er wusste aber auch, dass sich Russland im Vorfeld der Olympischen Spiele keine Skandale leisten konnte. Im Weltcup-Winter 2013 wurde er aufgrund durchwachsener Leistungen als Chefcoach abgelöst, blieb aber dem Russischen Trainerstab auch zu Olympia erhalten. Somit war er 2014 in Sotschi Mitglied der Mannschaftsleitung des Russischen Olympischen Team, Bereich Biathlon der Damen. Entsprechend kann er keine Einladung zu den Olympischen Spielen 2018 erhalten.

Was sagt er selbst dazu?

„So wie es jetzt ausschaut, kann ich wenig machen“ […] „Ich kämpfe um meinen Namen. Es ist für mich hart, dass ich für irgendetwas gesperrt habe, wofür ich nichts kann. Ich fühle mich total unschuldig, aber ich kann nichts unternehmen.“ ]…] „Ich bin zwar nicht namentlich erwähnt worden. Aber das schwedische Olympische Komitee wird mich nicht melden“ […] „Bis jetzt gibt es keinen einzigen Beweis, dass meine Sportler, die bei mir unter Kontrolle waren, gedopt haben“.

Bei den Sportlern, die unter seiner Kontrolle waren, handelt es sich um Olga Saizewa uns Jana Romanowa, die, wie auch Olga Wiluchina, vom IOC lebenslang gesperrt wurden.

In einem anderen Interview erwähnte er auch den McLaren-Report, der im Endeffekt ausschlaggeben für die Oswaldkommission war.

Pichler: In dem McLaren-Report ist nicht alles so klar, das ist ein Problem. […]
[EUROSPORT] Von den 31 Verdächtigungen gegen russische Biathleten, die im zweiten McLaren-Report erwähnt werden…
Pichler: …in dem Report ist ja nicht von positiven Dopingfällen die Rede, sondern von manipulierten Proben. Die Sportler zu sperren ist eine Sache. Die können ja nichts dafür, sie haben den Test sauber abgegeben. Aber wer hat den Test manipuliert? Das ist die Frage. Und da muss man jetzt halt durchgreifen. In Russland hat das nicht der Biathlonverband gemacht – da hat wahrscheinlich der russische Staat mitgemischt. Aber ich will das Doping auch nicht allein auf Russland beziehen. Man muss schon mal auf das große Ganze schauen
.

Die einleitenden Worte des gesamten Artikels wurde bereits festgestellt:

In 22 der ursprünglich 31 Verdachtsfälle wurden die Untersuchungen mangels Beweisen inzwischen eingestellt.

Aber es wäre dem Narrativ des Russischen Staatsdopings abträglich, von 9 übriggebliebenen Verdächtigungen zu schreiben. Nun gut. Die Hochzeit des Dopings im Biathlons war laut Wolfgang Pichlers Angaben in diesem Interview bis 2009.

Damals waren einige Russen gedopt, und da hätte man schon härter durchgreifen müssen. Ab 2010 war die Szene – abgesehen von ein paar schwarzen Schafen – relativ clean. Das ist ja das Schlimme: Eigentlich hat sich alles zum Guten hin entwickelt. Um 1999 herum bist du wirklich beschissen worden – wobei die Sache mit Sotschi 2014 eine Katastrophe ist.

Wie schon erwähnt, Magdalena Forsberg gewann sechs Mal den Gesamtweltcup. Es war in den Saisonen 96/97, 97/98, 98/99, 99/00, 00/01 und 01/02. Um 1999 herum ist man wirklich beschissen worden. Und es gelang trotzdem niemanden innerhalb der Wintersportsaisonen 96/97 bis 01/02 bessere Leistungen zu erbringen, als die nicht gedopte Sportlerin Magdalena Forsberg unter den Deutschen Anti-Doping-Käpfer und Trainer dieser Sportlerin Wolfgang Pichler. So unterirdisch schlecht können keine Sportler sein, dass sie trotz massiven Staatsdopings innerhalb von sechs Jahren nicht annähernd die Leistungen brachten, wie sie Magdalena Forsberg brachte. Hat Magdalena Forsberg gedopt? Ich weiß es nicht. Wolfgang Pichler sagt nein. Haben russische Sportler Staatsdoping betrieben? Sie haben zumindest nichts anderes gemacht, als alle anderen.

2008 gab es Berichte und Dopinganschuldigungen rund um die Wiener Blutbank Humanplasma. Unter anderem wurde 20 Deutsche Sportler aus dem Bereich Langlauf und Biathlon (nicht namentlich) genannt, die zu Dopingzwecken zum Kundenkreis der Blutbank gehörten.

Nach ARD-Informationen sollen von den rund 30 Sportlern, die angeblich Kunden bei der Wiener Blutbank Humanplasma GmbH gewesen sind, 20 deutsche Wintersportler sein, die zum Teil der Weltspitze angehörten. „Es wäre unzulässig, daraus ein Schreckensszenario zu zeichnen“, meinte Bach. „Bisher gibt es keine Fakten. Es gibt einen Verdacht, der ziemlich pauschaliert ist.“ […]
Dass er noch nicht Ross und Reiter nennen will, begründete Seppelt in einem Interview mit dem Radiosender „WDR2“ so: „Die Russen- und die Ukrainer-Mafia ziehen im Hintergrund der Blutbank ihre Fäden. Deshalb müssen wir unsere Informanten schützen.“ Anti-Doping-Kämpfer Werner Franke erwartet jedoch bald die Enthüllung. „Ich rechne damit, dass in den nächsten Tagen die Namen bekannt gegeben werden“, sagte er der „Bild“-Zeitung.

Namen wurden übrigens genannt. Von Radsportlern. In diesem Zusammenhang gesperrte Wintersportler sind mir nicht bekannt. Im übrigen entschuldigte sich die ARD später für diese Berichterstattung. Aber was sagte Wolfgang Pichler damals?

Der aus Ruhpolding stammende Wolfgang Pichler […] glaubt nicht, dass alle Anschuldigungen aus der Luft gegriffen sind. „So dumm können die Deutschen doch gar nicht sein“, […] „Allerdings denke ich aber auch, dass an den Gerüchten etwas dran ist. Ich nenne keine Namen, doch ich habe in diesem Winter schon einige Sportler anderer Nationen so die Berge hochstürmen sehen, dass ich mir verwundert die Augen gerieben habe.“ Allerdings forderte der bayerische Zöllner nun Ross und Reiter zu nennen. „Die Ungewissheit schadet dem gesamten Biathlon-Sport“, sagte Pichler.
Sagt er als deutscher Staatsbürger oder als schwedischer Nationaltrainer, dass der „Sportler anderer Nationen“ Berge hochstürmen sah? Vergleichen Sie die Aussage mit dieser vom Dezember 2014, also aus der Wintersportsaison nach Olympia in Sotschi.
Der frühere russische Frauentrainer Wolfgang Pichler hat hingegen systematisches Doping bei den russischen Biathleten ausgeschlossen. „Es wird immer schwarze Schafe geben. Aber alle, das ist Schmarrn“, sagte er. Zugleich hält er es aber für vorstellbar, dass im Zuge auf die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Sotschi im Auftrag des Sportministeriums am Verband vorbei eine Gruppe von Athleten aufgebaut wurde, „die gezielt für die Heimspiele an den anderen vorbei vorbereitet wurde“.
Pichler hatte in der vergangenen Saison Olga Saizewa, Jekaterina Glasyrina, Swetlana Slepzowa, Jana Romanowa und Jekaterina Schumilowa betreut. „Für diese Athletinnen lege ich meine Hand ins Feuer“, sagte er. Zugleich wurde aber eine Konkurrenzgruppe aufgemacht, aus der die letzten beiden Epo-Dopingsünderinnen – Jekaterina Jurjewa als Wiederholungstäterin und Olga Starych – erwischt und gesperrt wurden. Auch Nachwuchshoffnung Alexander Loginow wurde positiv getestet. „Wir hatten immer das Gefühl, dass irgendwas läuft. Die haben das ziemlich gezielt mit ein paar Athleten probiert“, erklärte […]
Der deutsche Biathlet Arnd Pfeiffer [Peiffer] hält systematisches Doping in Russland für nicht realistisch. „Es ist so ein großes Land, da kann ich mir Staatsdoping nicht so richtig vorstellen“, sagte er. „Wenn es wirklich so wäre, wäre es natürlich ein großes Ding. Ich habe aber das Gefühl, es ist eher punktuell.“
Wolfgang Pichler legt die Hand für seine Athletinnen ins Feuer. Er glaubte aber auch, dass an den Gerüchten bzgl. der Deutschen Athletinnen etwas dran ist. Des Dopings überführt wurden die Athletinnen aus der Konkurenzgruppe. Zudem glaubt auch Arnd Peiffer, als einer in diesem Sinne von dopenden Gegnern benachteiligter Athlet, nicht an flächendeckendes Doping, sondern an punktuelles Doping. Ich betrachte diese Konkurenzgruppe als punktuelle. Warum, erklärt ihnen der Präsident der Russischen Föderation Wladimir Putin im Rahmen seiner jährlichen Pressenkonverenz auf die Frage von Oleg Juri (aus meiner Übersetzung):

Oleg Lurie: Guten Tag. Oleg Lurye, Frieden und Politik Magazin.

Grigory Rodchenkow, der Hauptzeuge der WADA, dessen Zeugenaussage zur Aussetzung des russischen Teams führte, wurde 2011 wegen unerlaubten Handels mit Dopingmitteln strafrechtlich verfolgt und garantierte den Athleten der Mittelstufe, dass sie nicht erwischt werden würden.

Nachdem die Anklage gegen ihn erhoben wurde, machte er einen Selbstmordversuch: Er erstach sich mit einem Messer unter Alkoholeinfluss. Danach unterzog er sich einer ärztlichen Untersuchung und stellte fest, dass er an einer psychischen Störung litt, genauer gesagt an einer schizotypischen Störung.

Von diesem Punkt an wurden die Dinge sehr merkwürdig. Plötzlich wurde sein Status auf den eines Zeugen geändert, und nur eine von 12 Anklagepunkten wurde beibehalten. Und dann kam er als Leiter von RUSADA zurück.

Wird es eine Untersuchung darüber geben, wie dieser Strafprozess geführt wurde und warum sein Status von einem Angeklagten zu einem Zeugen geändert wurde? Die strafrechtliche Untersuchung wurde übrigens wieder eröffnet.

Wie kann ein suizidgefährdeter Mensch, der früher leistungssteigernde Medikamente verkaufte, als Leiter der russischen Anti-Doping-Agentur zurückkehren? Wer steckt hinter diesem Zug? Werden wir jemals die Namen, Passwörter und andere Geheimnisse erfahren? Werden Leute, die Rodchenkow verdeckt haben, bestraft?

Wladimir Putin: Das ist eine höchst relevante Frage. Es ist wirklich seltsam, dass ein Einzelner, der mehrere Jahre in Nordamerika gelebt hatte, nach Russland kam. Aber es ist nichts Seltsames daran, dass er die Agentur leitete. Aber die Tatsache, dass er verdächtigt wurde, leistungssteigernde Medikamente zu verkaufen, und ich denke, dass seine Schwester dafür verurteilt wurde …

Bemerkung: Hat eine 18-monatige Haftstrafe bekommen.

Wladimir Putin: Ja, achtzehn Monate. Sie sehen, Sie kennen diesen Fall noch besser als ich. Was mir noch seltsamer ist, ist, dass eine Person, die lange Zeit für Geheimdienste gearbeitet hatte, all diese schlechten Sachen aus Nordamerika, aus den USA und Kanada mitbrachte. Wer hat ihm trotz der strengen Kontrolle geholfen, Zollabfertigung zu bekommen? Er machte es seit Jahren.

Natürlich fallen mir in dieser Hinsicht viele Dinge ein. Ja, das war ein Fehler der Leute und Agenturen, die ihn dorthin brachten. Du kannst nicht mit Menschen arbeiten, die aus irgendeinem Grund versuchen, Selbstmord zu begehen. Dies bedeutet, dass sie ein psychologisches Problem haben. Dies bedeutet, dass Sie keine Entscheidungen treffen können, die ausschließlich auf dem Zeugnis solcher Menschen basieren.

Schauen Sie, was die Begründung für die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees sagt: Erstens, dass er eine ehrliche Person ist, zweitens, dass er vom FBI geschützt ist, und drittens, dass alles in seinem Tagebuch steht.

Es tut mir leid, aber das ist nur Unsinn. Erstens, wer hat gesagt, dass er eine ehrliche Person ist? Schließlich wurde er angeklagt und war in betrügerische Aktivitäten verwickelt. Was noch wichtiger ist, er gab unverblümt zu, dass Geld am wichtigsten für ihn war.

In Anbetracht dessen, dass er vom FBI geschützt wird, ist dies kein Vorteil, sondern eher ein Nachteil für uns, da dies bedeutet, dass seine Handlungen von den US-Nachrichtendiensten kontrolliert werden. Was machen sie mit ihm? Welche Medikamente geben sie ihm, damit er sagt, was sie ihm lassen sagen wollen? Das ist einfach lächerlich.

Und schließlich, in Bezug auf die Idee, dass alles in seinen Tagebüchern ist. Na und? Wann wurde alles geschrieben? Woher? Wie hat er das gemacht? Niemand weiß es. Das ist es, und nichts mehr.

Sie erwähnen Kratzer auf Flaschen. Aber sie wurden ordnungsgemäß übergeben und wir unterzeichneten eine entsprechende Erklärung. Wo sind diese Kratzer aufgetreten? Wann? Sie haben einfach nichts anderes.

Wir respektieren internationale Sportorganisationen, einschließlich der WADA und noch mehr des IOC, und wir haben viele Freunde dort. Aber wir erkennen, dass es für sie nicht einfach ist. Sie stehen die ganze Zeit unter Druck und sind sogar eingeschüchtert. Egal was sie sagen, nachdem sie meine Worte gehört haben, so ist es.

In jedem Fall müssen ihre Ergebnisse, auch wenn sie etwas unternehmen müssen, auf etwas basieren. Davon rede ich. Wie ist es dazu gekommen, dass diese Person die russische Anti-Doping-Agentur geleitet hat? Natürlich haben die Leute, die ihn dorthin gebracht haben, einen Fehler gemacht. Ich weiß wer es war. Aber was spricht dafür, jetzt darüber zu reden?

Und nun bewerten Sie bitte folgenden Artikel vom Focus:

Dutzende russischer Athleten sollen bei den Winterspielen in Sotschi 2014 gedopt gewesen sein – darunter auch 15 Goldmedaillen-Gewinner.

Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf den früheren Leiter des russischen Doping-Kontroll-Labors, Grigory Rodchenkov.

Demnach waren die Sportler Teil eines vom Staat organisierten Doping-Programms, das jahrelang geplant und dann in die Tat umgesetzt worden sein soll.

Unter den gedopten Athleten befinden sich nach Aussage Rodchenkovs einige der größten Stars der Spiele, vor allem im Langlauf-Team hätten viele verbotene Substanzen genommen.

Doping-Substanzen mit Alkohol vermischt

Dem Bericht zufolge war es Rodchenkov selbst, der den Drogen-Cocktail zusammenmischte, der den Sportlern verabreicht worden sein soll.

Dieser habe aus drei verschiedenen Substanzen bestanden, die mit Alkohol vermischt wurden – zum Beispiel mit Whiskey oder Martini. Das habe die Zeitspanne verringert, in der die Substanzen nachweisbar sind.

Bei den Substanzen habe es sich um drei anabole Steroide gehandelt – Methenolon, Trenbolon und Oxandrolon.

Den Mix habe Rodchenkov über Jahre entwickelt, teilweise sogar an sich selbst getestet. Den Athleten gab er sogar Anweisungen, wie sie den Cocktail konsumieren sollten.

Es existierte ein „Schatten-Labor“

Um den Schwindel zu vertuschen, hätten russische Anti-Doping-Experten und Geheimdienst-Mitarbeiter während der Spiele die Urin-Proben der Athleten im Anti-Doping-Labor mit sauberen, Monaten zuvor abgegebenen Proben vertauscht.

Dazu habe es ein „Schatten-Labor“ gegeben. Die Behälter mit dem Urin seien jede Nacht über Stunden durch ein kleines Loch in der Wand ausgetauscht worden.

Bis zum Ende der Spiele sollen Rodchenkov zufolge so etwa 100 Proben getauscht worden sein.

Konfrontiert mit den Aussagen des ehemaligen Offiziellen soll der russische Sport-Minister, Witali Mutko, von einer „Fortsetzung der Attacke auf den russischen Sport“ gesprochen haben.

„So gut vorbereitet wie noch nie zuvor“

Als Beweise für seine Aussagen soll Rodchenkov der Zeitung E-Mails und Dokumente vorgelegt haben, die unter anderem direkt vom Sportministerium kamen.

„Wir hatten die Ausstattung, das Wissen, die Erfahrung – wir waren für Sotschi so gut vorbereitet wie noch nie zuvor“, sagte Rodchenkov der „New York Times“. Das ganze System habe funktioniert wie ein „Schweizer Uhrwerk“.

Rodchenkov musste im Jahr nach den Spielen zurücktreten, nachdem er von einem Bericht der Welt-Anti-Doping-Agentur Wada schwer belastet worden war.

Rasche Ermittlungen angekündigt

Das Internationale Olympische Komitee teilte mit, dass es aufgrund der beunruhigend detaillierten Darstellungen rasche Ermittlungen geben werde.

Am vergangenen Sonntag hatte der russische Whistleblower Witali Stepanow in der Sendung „60 Minutes“ des US-Fernsehsenders CBS von einem Gespräch mit Rodschenkow berichtet. Die Wada hatte daraufhin am Dienstag eine Prüfung der Vorwürfe gegen Russland angekündigt.

Wie ging es für Herrn Rodchenkow seit den Enthüllungen weiter?

Seitdem lebt Rodschenkow in Angst: Im Januar setzte er sich in die USA ab. Wenige Tage darauf starb am 3. Februar Wjacheslaw Sinew, der Gründer der Moskauer Agentur. Seine Todesursache ist nicht bekannt – anders als bei Nikita Kamajew, 52, der am 14. Februar völlig überraschend einem Herzinfarkt erlag.

Kamajew war einer von Rodschenkows Amtsvorgängern. Beide toten Ex-Anti-Doping-Funktionäre traten nach dem Wada-Bericht vom November 2015 von ihren damaligen Posten zurück.

Jetzt stehen wir wieder vor der Matrixfrage: Rote oder blaue Pille?

Doch bevor Sie sich für eine Pille entscheiden noch folgende Hinweise. Beide Rodchenkov-Artikel stammen aus dem Jahr 2016. Bereits im Februar 2017 waren 22 der 31 Verdachtsfälle aus Mangel an Beweisen eingestellt worden. Und als nächstes denken Sie darüber nach, wie Zeugen und Beschuldigte im allgemeinen frühzeitig Ableben und wem es nützt. Und bedenken Sie, warum (Achtung, Szenenwechsel!) das erste NPD Verbotsverfahren vor dem BVG gescheitert ist.

Die Beobachtung einer politischen Partei durch V-Leute staatlicher Behörden, die als Mitglieder des Bundesvorstands oder eines Landesvorstands fungieren, unmittelbar vor und während der Durchführung eines Parteiverbotsverfahrens ist in der Regel unvereinbar mit den Anforderungen an ein rechtsstaatliches Verfahren. Staatliche Präsenz auf der Führungsebene einer Partei macht Einflussnahmen auf deren Willensbildung und Tätigkeit unvermeidbar.

Und im Falle Rodchenkow? Er war der Leiter der Russischen Anti Doping Agentur. Er war der Hauptverantwortliche. Er war dafür hauptverantwortlich, dass alles so lief, wie es gelaufen ist. Er müsste der Hauptbeschuldigte in diesem Verfahren sein. Aber es wird der Beschuldigte zu Kronzeugen gemacht. Der Täter zum Opfer. Und die zwei Mitverantwortlichen? Die sind plötzlich und unerwartet verstorben. Und der Täter flüchtet dorthin, wo er zuvor hergekommen ist.

Ergänzung: Wolfgang Pichler legt seine Hand für seine Athleten ins Feuer und er ist lange genug im Geschäft, um zu wissen, was im Athleten- und Betreuerbereich vor sich geht. Und er sagt, sie waren sauber und ich glaube ihm.
Rodchenkow sagt, es wurden Proben manipuliert. Auch das glaube ich.
Wie passt das zusammen? Wjacheslaw Sinew und Nikita Kamajew würden Ihnen die Erklärung liefern, wenn sie noch könnten. Daran glaube ich nicht nur. Da bin ich mir sicher.


* An dieser Stelle ist mir anscheinend ein kleiner Fauxpas unterlaufen.
Bildquelle: https://pixabay.com/de/sotschi-2014-russland-olympiade-262145/

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Wladimir Putins jährliche Pressekonferenz 2017

Der nachfolgende Artikel ist eine Übersetzung der der jährlichen Pressekonferenz des Russischen Präsidenten Wladimir Putin am 14.12.2017. Der Text wurde von mir unter Zuhilfenahme des google.translator aus diesen beiden Quellen (Russisch & Englisch) übersetzt.

Die Pressekonferenz des Präsidenten wurde live von Rossiya 1, Rossiya 24 und Channel One sowie den Radiostationen Mayak, Vesti FM und Radio Rossii übertragen. Weiterlesen

NATO scheitert in Sachsen

Die Polizei Sachsen verhindert die Weitererfahrt eines Militärtransports:

Die Kontrolle eines ungewöhnlichen Transportes auf der #A4, Rastanlage Oberlausitz Nord, sorgte heute für reichlich Medienanfragen. Eine Streife der Verkehrspolizei hatte gestern bei Bautzen einem #Panzertransport die Weiterfahrt untersagt. Eine Spedition sollte im Auftrag der US-Armee sechs Haubitzen vom Typ M 109 nach Deutschland transportieren.

Doch die von der Firma genutzten Auflieger waren dafür allesamt ungeeignet. Bei einer genauen Kontrolle an der Rastanlage Oberlausitz-Nord stellte sich heraus, dass die erforderlichen Transportdokumente und Ausnahmegenehmigungen fehlten, die Ladung zu breit und vor allem viel zu schwer war. Die erfahrenen Polizisten wogen jedes der sechs Gespanne: Bis zu 16 Tonnen waren diese überladen. Auch fehlten dem Convoy die erforderlichen Begleitfahrzeuge, einige der Fernfahrer hatten zudem ihre Lenk- und Ruhezeiten bereits überschritten.

Im Ergebnis der langen Mängelliste untersagten die Verkehrspolizisten den Fernfahrern die Weiterreise, bis geeignete Fahrzeuge zur Verfügung stehen, die erforderlichen Transportgenehmigungen vorliegen und alle Auflagen erfüllt werden. Die Landesdirektion wird sich mit dem Fall befassen. Auf die Transportfirma und die betroffenen Fernfahrer werden entsprechende Bußgelder zukommen.

https://twitter.com/polizeisachsen/status/951039370840207360

Der Transport sollte jetzt nach Rockensußra begleitet werden. Dort weiß man mit der betroffenen Technik umzugehen.

Anmerkung 11.01.2018:

Ich habe nicht beachtet, dass die Rastanlage Oberlausitz Nord die Fahrtrichtung aus Polen kommend in Richtung Dresden betrifft. Somit hat der Transport keinen Einfluss auf die „Ostfront“.

UNSC Dringlichkeitssitzung zu den Protesten im Iran

 

Aufgrund der Proteste im Iran hat die USA eine Dringlichkeitssitzung des Sicherheitsrates Vereinten Nationen einberufen. Von daher kurz etwas zum Sicherheitsrat.

Gemäß der Charta trägt der Sicherheitsrat die Hauptverantwortung für die Wahrung des Weltfriedens und der internationalen Sicherheit. Es hat 15 Mitglieder und jedes Mitglied hat eine Stimme. Nach der Charta sind alle Mitgliedstaaten verpflichtet, die Beschlüsse des Rates zu beachten.

Der Sicherheitsrat übernimmt die Führung bei der Feststellung, ob eine Bedrohung des Friedens oder eine Aggression vorliegt. Es fordert die Streitparteien auf, es mit friedlichen Mitteln beizulegen, und empfiehlt Methoden der Anpassung oder der Bedingungen für die Beilegung. In einigen Fällen kann der Sicherheitsrat Sanktionen verhängen oder sogar den Einsatz von Gewalt zur Aufrechterhaltung oder Wiederherstellung des internationalen Friedens und der internationalen Sicherheit genehmigen.

Der Sicherheitsrat empfiehlt der Generalversammlung auch die Ernennung des Generalsekretärs und die Aufnahme neuer Mitglieder in die Vereinten Nationen. Und er wählt zusammen mit der Generalversammlung die Richter des Internationalen Gerichtshofes. [Übersetzung von mir]

Wie es aussieht, ist die Zuständigkeit der Proteste im Iran überhaupt nicht gegeben. Aber das ist der US-Delegation der Vereinten Nationen recht egal. Am 4. Januar 2018 erging folgende Pressemitteilung:

Die US-Delegation hat um eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates Morgenen um 15:00 Uhr gebeten, um über die aktuellen Entwicklungen im Iran zu informieren.

„Morgen wird der UN-Sicherheitsrat über die beunruhigende und gefährliche Situation im Iran sprechen. Die Welt hat die Schrecken in Syrien erlebt, die mit einem mörderischen Regime begannen, das dem Volk das Recht verweigert, friedlich zu protestieren. Das dürfen wir im Iran nicht zulassen.“ Dies ist eine Frage der fundamentalen Menschenrechte für das iranische Volk, aber es ist auch eine Frage des internationalen Friedens und der Sicherheit. Es wird sich zeigen, ob irgendein Land versucht, den Sicherheitsrat davon abzuhalten, diese Diskussion überhaupt zu führen, genauso wie das iranische Regime versucht, seinen eigenen Leuten die Möglichkeit zu nehmen, sich Gehör zu verschaffen „, sagte Botschafter Haley. [Übersetzung von mir]

Das was in Syrien passiert ist. Soso… Der Iran und die Besorgten (Vereinigten Staaten). Ein Hinweis auf die A und B Geschichten bzgl. Syriens und jetzt im Iran bei Peds-Ansichten.

Ach ja, die Menschenrechte dürfen nicht fehlen. Die offizielle Nutzung der Menschenrechte als selektive Keule durch die USA wird von Nocheineparteibuch erläutert.

Im Ergebnis der Sitzung ergab sich folgendes:

Auch andere im Sicherheitsrat vertretene Länder äußerten Kritik an der Dringlichkeitssitzung. Unterstützung erhielt der russische Botschafter etwa von Bolivien, Äthiopien und Äquatorialguinea. Der chinesische Vize-Botschafter bei den UN, Wu Haiteo, betonte ebenfalls, dass die Lage in Iran nicht die regionale Stabilität gefährde, weshalb der Sicherheitsrat nicht zuständig sei. „Wenn wir jedes Mal zusammenkommen müssen, wenn es in einem Land Demonstrationen gibt…“, sagte ein weiterer Diplomat, der anonym bleiben wollte.
Zurückhaltend zeigten sich auch Schweden und Kuwait. Großbritannien und Frankreich betonten zwar erneut, dass Iran die Rechte der Demonstranten respektieren müsse, Frankreichs UN-Botschafter François Delattre sagte aber ebenfalls, dass „die Ereignisse der vergangenen Tage keine Bedrohung für den Frieden und die weltweite Sicherheit darstellen“.

Nun wurden nicht alle Ratsmitglieder benannt. Jedoch fällt auf, dass kein einziges Ratsmitglied benannt wurde, welches die USA direkt unterstützt. Das für die USA positivste Ergebnis der Sitzung schein zu sein, dass sich Schweden und Kuwait zurückhaltend zeigten. Vielleicht sollten folgende UN Mitglieder ständige Mitglieder des Sicherheitsrates werden: Israel, Guatemala, Honduras, Marshall-Inseln, Mikronesien, Nauru, Palau und Togo. Falls sich jemand über die Auswahl dieser Länder wundert, es handelt sich hierbei um die internationale Koalition der USA, welche sich nach der letzten UN Generalversammlung bzgl. der Jerusalem-Frage gebildet hat.

Abschließend noch die Forderung der Russischen UN-Delegation, der ich mich hiermit anschließe:

Die US-Delegation der UN verschwendet Ressourcen des UN Sicherheitsrates. Wir wollen nicht in die Destabilisierung der Situation im Iran oder in irgend einem anderen Land hinein gezogen werden. [Übersetzung von mir]

 

Khan Sheikhoun und der UN-Bericht vom 6. September (II)

Viele Tage sind seit dem Angriff mit Sarin in Khan Sheikhoun vergangen. Vieles hat sich in Syrien seit dem getan. Aber es bleiben auch einige Dinge unverändert. Zwei Dinge möchte ich dabei hervorheben. Das ist zum Einen die Arbeitsweise der OPCW im Rahmen ihrer Fact Finding Mission. Trotz dem, dass sie wieder in Syrien ermittelt haben, gab es wieder keine Tatortarbeit. Zum Anderen ist das die bewundernswerte Geduld Russlands, die weiterhin auf die OPCW bauen. Was Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Außenministeriums, zu sagen hatte, folgt hier:

Zu den Ergebnissen des Syrien-Besuchs von OPCW-Experten

Laut vorhandenen Informationen hat eine Gruppe von Experten der OPCW-Mission vom 8. bis 16. Dezember Damaskus besucht, um festzustellen, ob in Syrien Chemiewaffen eingesetzt worden waren oder nicht. Das Hauptziel ihrer Reise war, das Gebiet Zahiria im Norden der Provinz Hama zu besuchen, wo die Regierungstruppen Vorräte an Chlor enthaltener Munition, die den Terroristen und Extremisten gehörten.

Leider müssen wir wieder feststellen, dass die OPCW-Experten den Ort, wo die Chemiewaffen unmittelbar eingesetzt worden waren, nicht besucht haben. Im letzten Moment weigerten sie sich, dieses Gebiet zu besuchen, indem sie sich auf angebliche Empfehlungen der UN-Abteilung für Sicherheit beriefen. Dabei wird dieses Gebiet schon längst von den syrischen Regierungstruppen kontrolliert, und die syrische Seite garantierte die Sicherheit der Experten und zeigte sich bereit, ihnen einen Hubschrauber und Begleitung zur Verfügung zu stellen.

Übrigens behauptete man im UN-Hauptquartier, keine solchen Empfehlungen gemacht zu haben, und das könnte ein Beweis dafür sein, dass es zwischen den beiden internationalen Strukturen gewisse Missverständnisse gibt. Solche treten, soweit wir an den Ermittlungen der mit dem „Chemiewaffen-Terrorismus“ verbundenen seitens der OPCW und der UNO sehen, immer öfter zutage. Und das ruft natürlich gewisse Fragen hervor.

Ich muss dennoch feststellen, dass die OPCW-Experten nicht umsonst diese Woche in Syrien verbrachten. Sie haben mit den syrischen Behörden über die Zwischenfälle um die Anwendung der Chemiewaffen durch illegale bewaffnete Formationen im Jahr 2017 in der Provinz Hama, 2016 in Aleppo sowie über andere ähnliche Zwischenfälle verhandelt. Dabei wurden die Aussagen der bei der Chemiewaffen-Anwendung verletzten Ärzte aufgeschrieben. Sie besuchten ein Forschungszentrum in Barza, wo sie die am Ort des Anschlags in Hamdania (Provinz Hama) gesammelten Bodenproben versiegelten, mit denen sie bei ihrem nächsten Syrien-Besuch im Januar 2018 arbeiten werden.

In diesem Kontext wollen wir darauf hoffen, dass solche fragwürdigen Momente bei der Kooperation der OPCW und der UNO vom Tisch geräumt werden und dass die Arbeit an der Ermittlung der Chemiewaffen-Anwendung in Syrien weiterhin voll und ganz in Übereinstimmung mit den hohen Standards des Übereinkommens zum Chemiewaffen-Verbot geführt wird. Und die total falsche Praxis der „distanzierten“ Ermittlungen, wie das bei der Ermittlung der großen Provokation der Kämpfer um den Sarin-Einsatz in Chan Scheichun (Provinz Idlib) im April dieses Jahres war, sollte ein Ende finden.

Wie gesagt, bewundernswert, wie ich meine.

Für diejenigen, die sich noch mehr mit den Arbeitsmethoden der OPCW und den Gründen dafür auseinander setzen wollen, empfehle ich die Artikelreihe:

Die OPCW und die UN als Werkzeuge der Globalisten (1), (2) und (3).

In der Hoffnung, dass eine Veränderung diesbezüglich bereits 2018 eintritt, wünsche ich allen Lesern ein guten Rutsch ins neue Jahr.

Der CIA gelingt Schlag gegen CIA Agenten in St. Petersburg

Medienberichten zu Folge ist es gelungen, einen Terroranschlag ist St. Petersburg zu verhindern.

Russland hat mithilfe des US-Geheimdienstes CIA einen Anschlag in St. Petersburg verhindert. Von der CIA zur Verfügung gestellte Informationen hätten es russischen Sicherheitskräften ermöglicht, die mutmaßlichen Attentäter aufzuspüren und festzunehmen, teilte der Kreml am Sonntag mit.

Präsident Wladimir Putin habe sich in einem Telefonat bei US-Präsident Donald Trump dafür bedankt. Sollten die russischen Sicherheitsbehörden Kenntnisse über Attentatsplanungen in den USA gewinnen, würden sie diese im Gegenzug den USA zur Verfügung stellen.

Die festgenommenen Personen sollen aus dem nordkaukasischen und zentralasiatischen Raum stammen, welcher islamisch geprägt ist. Das sind also genau die Regionen, aus dem viele IS-Kämpfer stammen, welche in Syrien gegen die syrische Regierung kämpfen und die auch ein wesentlicher Grund für das militärische Einschreiten Russlands in den Syrienkrieg waren.

Vor allem das stark von usbekischen Kämpfern dominierte „Imam Bukhari Bataillon“ und die kaukasisch dominierte „Jaish al-Muhajireen wal-Ansar“ stehen dabei im Fokus der russischen Armee. Ein Teil der Jaish al-Muhajireen wal-Ansar hat sich mit dem „Islamischen Staat“ verbündet, ein anderer paktiert mit dem Bündnis aus der Al-Nusra-Front und dem „Kaukasischen Emirat“, das vor allem für terroristische Aktivitäten in Russland bekannt ist.

Wie unlängst bekannt ist, ist der IS ein Produkt der CIA und des Mossad, der Interventionen in den Zielländern rechtfertigen soll. So ließ Edward Snowden durchsickern, dass der Kopf des IS, al-Baghdadi:

für ein Jahr eine intensive militärische Ausbildung vom Mossad sowie Kurse in Theologie und arabischer Rede absolvierte.

Al-Baghdadi war Berichten zufolge ein „ziviler Internierter“ in Camp Bucca, einer militärischen Hafteinrichtung der Vereinigten Staaten in der Nähe von Umm Qasr, Irak. Wichtige Angehörige des IS wurden auch von der Central Intelligence Agency (CIA) und dem Kommando der US-Sondereinheiten in einem geheimen Lager in Jordanien im Jahr 2012 in der Nähe der syrischen und irakischen Grenze ausgebildet, so jordanische Beamte. [Übersetzung von mir]

Das die CIA bescheid weiß, was ihre Agenten tun, davon ist auszugehen. Und wenn sie nicht tuen, was sie sollen, sinkt ihre Lebenserwartung dramatisch.

Ausgehend davon ist es nur logisch, dass die CIA über die Anschlagspläne ihrer Agenten in St. Petersburg bescheid wussten. Nicht umsonst wurde so viel Zeit und Geld in ihre Ausbildung gesteckt. Jetzt befindet sich aber die CIA als großer Teil des Tiefen Staats im Krieg mit sich selbst. Wie in diesem Artikel zu lesen gibt es eine Gruppierung, die Hillary Clinton als Präsidentin der USA verhindert hat. Noch einmal ein Auszug daraus:

Mit anderen Worten, es waren nicht die Russen, die Hillary sabotierten – es ist Amerikas eigener tiefe Staat, der ihre Krönung unterminierte. Es war keine Frage von Persönlichkeiten; es war viel tiefer als das. Es ging um die Risiken, die von den neokonservativen Strategien und Politiken ausgehen, und ebenso von der Politisierung des Geheimdienstnetzes.

Die neokonservative Strategie der letzten Jahre/Jahrzehnte, die Destabilisierung Russland, wird untergraben durch Hinweise der CIA auf IS-Attentäter. IS-Attentäter welche u.a. durch die CIA ausgebildet wurden.

Putin dankt Trump. Schaut wie stark Donald Trump ist. Er ist mit seinen Geheimdienste in der Lage in Russland Terroranschläge zu verhindern. Ein Schlag ins Gesicht jahrelanger Geheimdienstarbeit zur Destabilisierung Russlands.

Russische Sicherheitsbehörden wollen eigene Erkenntnisse den USA zur Verfügung stellen. Unter der Prämisse, dass die CIA eigen Pläne verraten, ist wohl klar, welchen Kräften (nicht nur) innerhalb der CIA diese Informationen helfen werden.

Russisch-Amerikanische Nachrichten aus Vietnam zur Entwicklung in Syrien

 

Auf seiner Asienreise wollte sich Präsident Trump am Rande des APEC-Konferenz mit Präsident Putin treffen. Pressenanfragen an Außenminister Lawrov, was um das Treffen mit dem US-Präsidenten geschieht, kommentierte dieser so:

Warum wenden Sie sich an mich? Wenden sie sich an Amerikaner, weil wir zu diesem Thema überhaupt nicht sprechen.

Wir sagen, dass wir über den Wunsch des Präsidenten der USA, Donald Trump, gehört haben, sich mit dem Präsidenten Russlands, Wladimir Putin, zu treffen, der von Präsident Donald Trump selbst geäußert wurde. Was seine Beamten sagen, das weiß ich nicht. Ich kann dazu nicht antworten, deswegen sollten Sie sich an die US-Seite wenden.

Frage an Sie? Wer ist Bittsteller bzgl. eines Gespräches? Wer hat Bedarf daran, weiteres Vorgehen auf internatinale Ebene abzustimmen, um nicht außen vor zu bleiben? Und wem scheint es grundlegend erst einmal egal zu sein, was das Gegenüber will?

Aus dem Treffen der Präsidenten Putin und Trump erging folgende Erklärung:
[Übersetzung von mir]

Präsident Trump und Präsident Putin haben heute am Rande der APEC-Konferenz in Danang, Vietnam, ihre Entschlossenheit bekräftigt, ISIS in Syrien zu besiegen.
Sie äußerten ihre Zufriedenheit mit den erfolgreichen Bemühungen der USA und Russlands, die Konflikte zwischen US-amerikanischen und russischen Militär zu überwinden, was die Verluste von ISIS auf dem Schlachtfeld in den letzten Monaten dramatisch beschleunigt hat. Die Präsidenten einigten sich darauf, offene militärische Kommunikationskanäle zwischen militärischen Fachkräften aufrechtzuerhalten, um die Sicherheit sowohl der US-amerikanischen als auch der russischen Streitkräfte zu gewährleisten und die Konflikte von Partnerstreitkräften im Kampf gegen den IS zu verhindern. Sie bestätigten, dass diese Bemühungen fortgesetzt werden, bis die endgültige Niederlage von ISIS erreicht ist.
 

Die Präsidenten waren sich einig, dass es keine militärische Lösung für den Konflikt in Syrien gibt. Sie bestätigten, dass die endgültige politische Lösung des Konflikts durch den Genfer Prozess gemäß der Resolution 2254 des UN-Sicherheitsrates herbeigeführt werden muss. Sie nahmen auch die jüngste Verpflichtung von Präsident Assad für den Genfer Prozess und die Verfassungsreform und die Wahlen zur Kenntnis, wie sie in der UNSCR 2254 gefordert werden. Die beiden Präsidenten bekräftigten, dass diese Schritte die vollständige Umsetzung der UNSCR 2254 einschließlich Verfassungsreform und freie und faire Wahlen unter UN-Aufsicht, nach den höchsten internationalen Standards der Transparenz, wobei alle Syrer, einschließlich Diaspora-Mitglieder, teilnahmeberechtigt sind. Die Präsidenten bekräftigten ihr Eintreten für die Souveränität, Einheit, Unabhängigkeit, territoriale Integrität und den nichtkonfessionellen Charakter Syriens, wie sie in der Resolution 2254 des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen definiert sind und fordert alle syrischen Parteien nachdrücklich auf, sich aktiv am politischen Prozess in Genf zu beteiligen und die Bemühungen um seinen Erfolg zu unterstützen. 

Schließlich bekräftigten Präsident Trump und Präsident Putin die Bedeutung von Deeskalationsgebieten als Zwischenschritt zur Verringerung der Gewalt in Syrien, zur Durchsetzung von Waffenstillstandsabkommen, zur Erleichterung des ungehinderten humanitären Zugangs und legten die Bedingungen für die endgültige politische Lösung des Konflikts fest. Sie überprüften die Fortschritte beim Waffenstillstand im Südwesten Syriens, welcher abgeschlossen wurde, als sich sich die beiden Präsidenten am 7. Juli 2017 in Hamburg letzte Mal trafen. Die beiden Präsidenten begrüßten heute das am 8. November 2017 in Amman, Jordanien, unterzeichnete „Memorandum of Principles“ zwischen dem Haschemitischen Königreich Jordanien, der Russischen Föderation und den Vereinigten Staaten von Amerika. Dieses Memorandum bekräftigt den Erfolg der Waffenstillstandsinitiative, einschließlich der Reduzierung und endgültigen Beseitigung ausländischer Streitkräfte und ausländischer Kämpfer aus dem Gebiet, um einen nachhaltigeren Frieden zu gewährleisten. Die Überwachung dieser Waffenstillstandsvereinbarung wird weiterhin über das Amman-Beobachtungszentrum unter Beteiligung von Expertenteams des Haschemitischen Königreichs Jordanien, der Russischen Föderation und der Vereinigten Staaten stattfinden. 

Die beiden Präsidenten erörterten die anhaltende Notwendigkeit, menschliches Leid in Syrien zu verringern, und forderten alle UN-Mitgliedsstaaten auf, ihre Beiträge zur Bewältigung dieser humanitären Bedürfnisse in den kommenden Monaten zu erhöhen. 

Vietnam, Danang, November 10, 2017

Die für den Syrischen Staat überaus positive Entwicklung im Kampf gegen den IS wird hier hervor gehoben und Notwendigkeiten für die besprochen. Eine dieser Notwendigkeiten ist die frei und faire Wahl, an der alle Syrer teilnahmeberechtigt. Präsident ist auch Syrer und er wird hier nicht ausgeschlossen. (Als es letztmalig eine mögliche Zukunft mit Präsident Assad in Betracht kam, erfolgte der Einsatz von Giftgas in Khan Sheikhoun.) In diesem Sinne soll die Resolution UNSCR 2254 voll umfänglich umgesetzt werden. Die wichtigsten Punkte der Resolution sind durch die beiden Präsidenten genannt. Vertiefend kann das verlinkte deutschsprachige Dokument genutzt werden.

Weiter wird Bezug genommen auf das Treffen der beiden Präsidenten im Rahmen des G20 Geipfels am 7.07.17. Zu den besprochenen Themen hielt Außenminister Lawrow eine Pressekonferenz. Demnach wurden damals Syrien betreffend folgendes besprochen:

…Einige durchaus konkrete Momente wurden vereinbart.

Erstens haben ausgerechnet heute in Amman (Jordanien) Experten aus Russland, den USA und Jordanien ihre Arbeit beendet und ein Memorandum zur Bildung von Deeskalationszonen im Südwesten Syriens abgesprochen, und zwar in den Gebieten Daraa, Quneitra und Suweida. Dort wird am 9. Juli um 12.00 Ortszeit ein Waffenstillstand ausgerufen.

Russland und die USA haben sich verpflichtet, die Einhaltung der Waffenruhe durch alle Gruppierungen zu sichern, die sich dort befinden, sowie den humanitären Zugang zu gewährleisten und Kontakte zwischen Oppositionellen in dieser Region und einem Beobachtungszentrum zu gewährleisten, das in der Hauptstadt Jordaniens gebildet wird. Vorerst wird für die Sicherheit in diesem Deeskalationsraum die russische Militärpolizei zuständig sein, die ihre Handlungen mit den Amerikanern und Jordaniern koordinieren wird. Sehr wichtig ist, dass in diesem Dokument die Treue Russlands, Jordaniens und der USA der Souveränität und territorialen Integrität Syriens sowie den Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verankert ist, die die Basis für die politische Regelung bilden. Das ist die Vereinbarung, die die Präsidenten heute begrüßten.

Die Atmosphäre war konstruktiv. Wie ich am Anfang sagte, wurde sie durch das Interesse der beiden Präsidenten daran geprägt, die nationalen Interessen Russlands und der USA voranzubringen. Noch wurde sie dadurch geprägt, dass die Präsidenten verstehen, dass jedes Land das effizienter tun kann, wenn wir zusammenwirken und nach einer Interessenbilanz suchen sowie die Stabilisierung der Situation in verschiedenen Regionen der Welt voranbringen – ob im Nahen Osten und in Nordafrika oder auf der Halbinsel Korea und in Afghanistan.

Frage: Jetzt erklärten Sie de facto eine Vereinbarung zum Süden Syriens. Vor zwei Tagen in Astana gab es keine Ergebnisse, obwohl die Frage des Südens Syriens besprochen wurde. Das von Ihnen erwähnte Format „Russland-USA-Jordanien“ ist ein neues Format? Werden sie es dann via Astana lesen? Wird dies morgen beim Treffen mit Präsident der Türkei, Recep Tayyip Erdogan besprochen?

Sergej Lawrow: Lesen Sie das Memorandum vom 4. Mai, das in Astana gebilligt wurde. Dort handelt es sich um vier Deeskalationszonen in Syrien – eine nördliche Zone (bei Idlib), eine Zone etwas nördlich von Homs, eine Zone, die einen großen Teil des Gebiets Östliches Ghuta deckt, und der Südwesten Syriens. Es ist klar, dass es sehr schwer sein wird, im Südwesten ohne die Jordanier und Amerikaner zu vereinbaren, die zusammen mit den Jordaniern arbeiten und die Interessen der Koalition in dieser Region vertreten. In Astana ging es vor ein paar Tagen um drei andere Zonen. Wie wir bereits sagten, gibt es Verständnis, wie die Zonen bei Homs und Östliches Ghuta aussehen werden. Es wird das Gespräch über die nördliche Zone fortgesetzt.

Vergleicht man das damals besprochene mit den jetzt vorliegenden Fakten in Syrien, kann man von einer überaus erfolgreichen Umsetzung des Besprochenen ausgehen, trotz aller Reibungspunkte und Rückschläge.
Entgegen der ursprünglichen Absicht, nicht nur Syrien, sondern den gesamten Nahen Osten neu zu strukturieren und in verschiedene Kleinststaaten unterschiedlicher Konfessionen zu zerschlagen, steht jetzt die territoriale und nichtkonfessionelle Einheit Syriens an oberster Stelle. Die nächsten Taten werden zeigen, in welche Richtung die Reise für Syrien und den gesamten Nahen Osten geht.